HR – Schon Bereit für die digitale Revolution?

Der Wert und Stellenwert menschlicher Arbeit steht auf dem Prüfstand: Maschinen erledigen schon heute viele Aufgaben besser als Menschen. Ganze Berufsfelder können schon bald an Maschinen delegiert werden und gleichzeitig entstehen jährlich neue Berufe, die noch nie dagewesene Qualifikationen benötigen Und wir sind erst am Anfang dieser Entwicklung.

Unternehmen und deren Personalabteilungen sollten dies als Chance begreifen und die digitale Revolution für sich gestalten und anführen, statt das Feld der Politik zu überlassen und zu warten. Denn eines steht außer Frage: Die Anforderungen an die menschliche Arbeitskraft und damit an Mitarbeiter und Personaler durchlaufen einen fundamentalen Wandel, der zuallererst die Unternehmen selbst betrifft. Diese Fragen sollten sich Personalabteilungen deshalb schon heute stellen:

 

Fragen zu Kompetenzeinsatz und Weiterentwicklung

  • Wie sehen die Jobs, die Aufgaben und die Rollen im Unternehmen aus? Welche Menschen und Arbeitszeitmodelle sind für welche Rollen am besten geeignet (Vollzeit, Teilzeit, Freelancer)?
  • Kann ich Mitarbeiter umschulen, weiterbilden oder muss Personal abgebaut werden?
  • Nach welchen Kriterien sollte ich Kandidaten und Bewerber schon heute aussuchen, wenn Arbeit nicht mehr überlebensnotwenig ist und die Haupt-Antreiber nicht mehr Gehalt und Status sein sollten, sondern zum Beispiel ideelle oder soziale Ziele?
  • Wie kann ich ihre spezifischen Kompetenzen und entscheiden, welche Mitarbeiter die Zukunft mittragen können? Reichen fachliche Qualifikationen und Lebensläufe noch aus oder brauche ich dafür Kompetenzprofile?
  • Wie kann ich schon früh antizipieren, welche Karrierepfade und Weiterbildungen angeboten werden müssen, um Mitarbeiter auf die zukünftigen Aufgaben vorzubereiten?

 

Fragen zur Unternehmenskultur

  • Kann die aktuelle Unternehmenskultur in Zukunft Menschen begeistern, zusammenbringen und ist sie überhaupt auf die Menschen ausgerichtet?
  • Kann ich Mitarbeiter, die auf den ersten Blick nicht mehr gebraucht werden, in anderen Bereichen einsetzten – zum Beispiel sinnstiftend oder kulturbildend statt zur Gewinnmaximierung?
  • Wie etabliere ich eine Kultur des lebenslangen Lernens? Wie begeistern wir in Zukunft die Mitarbeiter und auch die Menschen, die das Unternehmen erreicht?

 

Fragen zum Wert der Arbeit

  • Muss ich zukünftig mehr Sinn bei der Arbeit bieten oder reichen monetäre Anreize noch aus?
  • Wie kann ich die Identifikation mit Unternehmen und Aufgaben erhöhen?
  • Muss ich neue Anreize und Freizeitangebote schaffen? Wie steht das Unternehmen zum Thema Work-Life Balance und was wollen die Mitarbeiter?
  • Wie definieren meine Mitarbeiter Erfolg, Sinn und Glück zukünftig, wenn es eine finanzielle Grundversorgung durch ein bedingungsloses Einkommen geben sollte? Für wen ist Einkommen dann immer noch eine relevante Größe?

 

Wir haben diese Fragen bewusst offen formuliert, denn viele dieser Entwicklungen lassen sich nur ungenau vorhersehen. Indem Unternehmen aber mögliche Szenarien durchdenken, können sie schon heute die richtigen Weichen stellen und die passenden Rahmenbedingungen mit gestalten. Nur wenn Unternehmen wissen wo es überhaupt möglich und nötig sein wird, können sie Technologie als wertvollen Unterstützer einzusetzen und sich und ihre Mitarbeiter bestmöglich auf die Zukunft vorbereiten.

 

Wer sich mit den möglichen Optionen einer Arbeits- und Karrierewelt 4.0 auseinandersetzt, kann schon heute die richtigen Kandidaten an Bord holen und sein Personal sinnvoll weiterbilden. Die richtigen Kompetenzen im Unternehmen aufzubauen, wird ein entscheidendes Kriterium auf der Gewinnerseite der digitalen Revolution sein.

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