„Übernehmen Roboter und Maschinen auch meinen Job?“ Warum Menschen auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0 Orientierung brauchen

Es ist kein Geheimnis mehr: Künstliche Intelligenz, moderne Technologien und Roboter ersetzen Teile unserer Arbeitswelt und Arbeitskraft. Umso wichtiger werden fachliche Spezialisierung und kreative Arbeit sowie Vermittlung von Werten und Sinn der Arbeit. An die Stelle fester, lebenslanger Jobprofile tritt Flexibilität in der Rolle und lebenslanges Lernen. 

Die gute Nachricht dabei ist: 74 Prozent der Beschäftigten weltweit sind nach einer Studie von Pricewaterhouse-Coopers bereit, sich neue Fertigkeiten anzueignen oder sich vollständig umschulen zu lassen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu wahren.

 

Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen ist da …

 

Zwar ist die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen da, nur werden Angestellte mit dieser Bereitschaft bisher leider oft noch alleine gelassen und bekommen von Unternehmensseite kaum Orientierung für ihre zukünftige Karriereentwicklung. Ist es nicht auch Aufgabe der Arbeitgeber, sich zu überlegen, welche Fähigkeiten ihre Geschäftsmodelle in Zukunft auf Mitarbeiter-Seite erfordern werden? Sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern nicht auch Perspektive und Orientierung geben? Wann setzen sich Unternehmen mit ihren Mitarbeitern sowie Bewerbern und Kandidaten an einen Tisch und entwickeln gemeinsam Jobrollen und Berufsbilder der Zukunft?

 

Wie erhaltenswert ist die bekannte Arbeitswelt eigentlich?

 

Gerade in Deutschland werden die Chancen von Digitalisierung im Arbeitsmarkt öffentlich viel zu wenig thematisiert und Lösungsansätze kaum in Angriff genommen. Stattdessen wird die Digitalisierung häufig als Bedrohung unserer bekannten Arbeitswelt beschrieben und dadurch auch öffentlich so wahrgenommen. Deshalb ist es wichtig, die Neugestaltung nicht dem Selbstlauf oder gar anderen zu überlassen und sich rechtzeitig auf die Veränderungen einzustellen. Organisationen und Unternehmen sollten schon jetzt eine Kultur des permanenten Lernens und Teilens entwickeln. Mitarbeiter sollten verständliche und nachvollziehbare Perspektiven kennenlernen. Sie sollten sehen, wohin die gemeinsame Reise gehen kann und wie sie für ihr Unternehmen wertvoll bleiben können. Nur so können sie neue Jobs und Jobprofile akzeptieren und mitgestalten und eine bessere Arbeitswelt gestalten.

Klassische Bewertungsmaßstäbe für Personalauswahl funktionieren nicht mehr …

 

Ein Umdenken muss bereits bei der Personalauswahl beginnen. Bisherige Bewertungskriterien für Bewerber und Kandidaten wie Ausbildung, Berufserfahrung und berufliche Stationen im Lebenslauf können Hinweise geben, reichen aber als relevante Bewertungsgrundlage für die zukünftigen Herausforderungen nicht mehr aus. Statt den bisher üblichen Angaben über berufliche Stationen sind es zukünftig insbesondere die Kompetenzen, die aufschlussreich dafür sind, ob ein Kandidat für eine Stelle geeignet ist. Sie können außerdem zeigen, in welche Richtung er sich entwickeln kann. Während gerade diese Kompetenzen als Entscheidungskriterium kaum abgebildet wurden, werden sie in den Mittelpunkt der Personalauswahl rücken.


Wie können Personalentscheider bei dieser rasanten Entwicklung Schritt halten?

 

Technologie wird eine entscheidende Antwort auf diese Frage sein! Denn wenn sich Technologie so rasant entwickelt, dass sie es schafft, ganze Berufsbilder oder Berufszweige zu ersetzen, kann Technologie auf der anderen Seite auch Orientierung geben. Sie kann eingesetzt werden, um Personalentscheidern, aber auch Mitarbeitern und Kandidaten auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0 Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze zu liefern. Denn sie zieht beispielsweise aus großen Datenmengen Rückschlüsse über Trends und entwickelt geeignete Zukunfts-Szenarien, wie Unternehmen sich frühestmöglich darauf einstellen können. Technologie kann prognostizieren, welche Fähigkeiten und Kompetenzen zukünftig von Kandidaten und Angestellten erwartet werden. AI Technologie kann über intelligentes Profiling und Matching ermitteln, ob Kandidaten und Unternehmen zusammenpassen und ob sie sich in die gleiche Richtung entwickeln werden.

 

Es ist an der Zeit, dass intelligente Technologien nicht als Bedrohung gesehen werden, die unsere Arbeitskraft ersetzen, sondern insbesondere als Chance für eine moderne und bessere Arbeits- und Karrierewelt.

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