Recruiting: Finden Maschinen schneller die richtigen Kandidaten?

Hunderte Bewerber und schon wieder nicht der Richtige dabei. Ein aktueller Forbes-Bericht zeigt, dass dies Normalität im HR-Alltag ist. Über 70% der Recruiter sagen, sie haben Probleme, die richtigen Kandidaten zu finden. Gründe hierfür sind vor allem die immer größer werdende Datenflut, wenig aussagekräftige Unterlagen wie der klassische Lebenslauf oder Social Media Profile, sowie ein steigender Zeit- und Kostendruck bei den Personalverantwortlichen.

Auch der sogenannte Unconscious Bias (unbewusste Vorurteile) der Personalentscheider führt häufig zu Fehleinschätzungen. Künstliche Intelligenz kann einen Beitrag leisten, dieses Dilemma zu lösen und den Verantwortlichen wieder mehr Zeit für die wesentliche Aufgabe geben: Den Menschen näher kennenzulernen.

 

Im Umgang mit Datenmengen ist Technologie dem menschlichen Gehirn überlegen

 

Besonders wenn viele Daten zur Verfügung stehen, ausgewertet, profiliert und interpretiert werden müssen, ist Technologie dem menschlichen Gehirn bereits jetzt weit überlegen. Denn im Gegensatz zu uns, kann eine künstliche Intelligenz mit steigender Datenmenge immer genauere Ergebnisse liefern. Gerade bei Stellen, auf die viele Bewerbungen eingehen, wie im niedrigen oder mittleren Gehaltssegment, kann die Vorauswahl durch Algorithmen deutlich vereinfacht und qualitativ verbessert werden. Dies sollten sich Unternehmen zunutze machen. Mehr als jeder zweite Recruiter sieht diesbezüglich steigendes Potenzial beim Robot-Recruiting (58,33 Prozent).

Was Technologien schon jetzt besser können

  • Die Datenflut managen, eine geeignete Vorauswahl treffen und das manuell oft mühsame Aussortieren von Bewerbungen durchführen
  • Kriterien wie Wortschatz, Tippfehler oder unvollständige Unterlagen bei der Vorauswahl berücksichtigen
  • Sourcing, Profiling und Matching Ergebnisse deutlich verbessern
  • Bewerber unvoreingenommen und frei von persönlicher Neigung und Vorurteilen auswählen
  • Personalentscheidern die wirklich geeigneten Kandidaten liefern, inkl. Matchbericht sowie der individuellen Handlungsempfehlungen im Umgang mit den Bewerbern

Ohne technologische Weiterentwicklung geht es nicht

Zukünftig werden Maschinen noch weitere Bereiche wie Karriere- und Weiterbildungsplanung oder Teameignung analysieren können und den Menschen hier durch zielgerichtete und professionelle Handlungsempfehlungen weiter entlasten. Neue HR Tech-Anbieter drängen auf den Markt und die intelligenten Anwendungsmöglichkeiten entwickeln sich rasant weiter. Wie es in anderen Branchen bereits Normalität ist, wird der Einsatz von Deep Learning auch im Personalwesen in kürzester Zeit an der Tagesordnung sein.

 

Wir bei ProjectRoom arbeiten in ständigem Austausch mit Personalverantwortlichen und Unternehmen: Wir sind überzeugt, dass sie diesen Kulturwandel mitgestalten und ein technologisches Verständnis entwickeln müssen. Denn je besser sie beurteilen können, welche Anwendungen für welche Fragestellungen eingesetzt werden können und wie sie die Ergebnisse bewerten und überprüfen können, desto gewinnbringender ist die Technologie. Daher sollten die Entscheider in die Entwicklung der Software eingebunden werden und dieses Thema nicht allein der IT überlassen. Nur durch einen engen Austausch mit Entwicklern und innovativen Start-ups werden Unternehmen die neue Arbeits- und Karrierewelt 4.0 mitgestalten und steuern können. Denn Ziel ist nicht, vorhandene Prozesse einfach zu digitalisieren, sondern eine ganzheitliche sowie nachhaltige Strategie umzusetzen und sich auch von alten Tools und Prozessen zu trennen.

Ausblick

HR-Technologien werden dem Recruiting einen enormen Entwicklungsschritt bringen, die Qualität und Effizienz der Prozesse deutlich steigern und Zeit für das Wesentliche freisetzen. Sie bedürfen aber einer professionellen Supervision durch die HR-Verantwortlichen, die sich bislang noch viel zu wenig mit den neuen Möglichkeiten auseinandersetzen. Recruiter werden zukünftig durch KI soweit entlastet, dass sie wieder mehr Zeit für Gespräche mit Bewerbern haben und so die besseren Kandidaten für Ihr Unternehmen finden, motivieren und binden können.

 

In einem unserer nächsten Artikel zeigen wir Ihnen, welche fünf Fragen Sie sich für den erfolgreichen Einsatz von HR-Technologie in Ihrem Unternehmen stellen sollten und wie Ihnen ein guter Einstieg in das Thema gelingt.

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