Weg mit dem Lebenslauf-Korsett! Ein Artikel aus den Anfängen von Projektroom aus 2015

Wenn ich mich in den letzten Jahren für einen neuen Job bewerben wollte und die Überarbeitung meines Lebenslaufes anstand, wurde mir schon allein bei dem Gedanken daran die Luft abgeschnürt und meine Stimmung war alles andere als gut. Dabei sollte die Bewerbung eigentlich Spaß machen und Begeisterung und Motivation für den neuen Job auslösen. Doch der Lebenslauf ist wie ein Korsett, das das Profil der Bewerber in eine Standard Form zwängt, keine Luft zum Atmen lässt und das nicht mehr zeitgemäß ist.

Es gibt so viele verschiedene Ausbildungen und Berufe, so viele Möglichkeiten sich weiterzubilden und Erfahrungen zu sammeln. Es wird immer schwerer die Menschen und  ihre gesammelten “Schätze” in vorgegebene Kategorien einzuordnen und dann zu vergleichen. Ich möchte meine Erfahrungen so präsentieren, wie sie am besten zur Geltung kommen. Ich möchte mein Bewerbungsprofil so erstellen können, wie ich denke, dass es am meisten über mich aussagt. Doch je “bunter” der eigene Lebensweg  und je kurvenreicher der Werdegang ist, umso enger schnürt sich das Lebenslauf-Korsett zu.

 

Warum gibt es ihn dann, den Lebenslauf? Was macht ihn zu so einem wichtigen Teil im Bewerbungsprozess? Klar, er gibt Struktur vor und versucht Bewerberprofile vergleichbar zu machen. Außerdem soll man mit einem Blick den Bewerber einschätzen können und bei der Auswahl der Bewerber Zeit sparen. Auch verständlich. Doch die Standard-Struktur ist in meinen Augen veraltet und auch die Art und Weise Menschen zu vergleichen braucht unbedingt ein Update.

Zum Beispiel bedeuten Zeitlücken im beruflichen Werdegang nicht unbedingt, dass jemand auf der faulen Haut gelegen hat. Vielleicht war er im Ausland, vielleicht sogar nur auf Urlaub und hat dort aber Erfahrungen fürs Leben gesammelt und seine Sprachkenntnisse ein Jahr lang ausgebildet. Doch wo kann ich im Lebenslauf private Erfahrungen darstellen, außer bei Hobbys? Und was würde da dann stehen? “Reisen” oder “Sprachen”?

 

Oder wie sieht es mit folgendem Vergleich aus: Ein Bewerber, nennen wir ihn Hans, gibt in seinem Lebenslauf an,  er habe 4 Jahre als Senior Projektmanager in einem großen Unternehmen gearbeitet. Ja, ok, klingt schon mal gut- vor allem das “Senior”. Ein anderer Bewerber, nennen wir ihn Klaus, hat nur 2 Jahre als “normaler” Projektmanager in einem  gleich großen Unternehmen wie Hans gearbeitet. Oberflächlich betrachtet hat Hans ganz klar die Nase vorn. Doch was wäre, wenn Hans in den 4 Jahren nur 3 kleine Projekte geleitet hat, 2 davon gegen die Wand gefahren hat und sich die Anforderungen der Projekte nie gesteigert haben? Dafür aber Klaus in 2 Jahren 5 Projekte erfolgreich gestemmt hat und die Anforderungen seiner Projekte sich von Projekt zu Projekt gesteigert haben? Und sein “Senior” Titel ihm nur fehlt, weil sein Unternehmen diesen erst ab einen bestimmten Jahresgehalt vergibt und im Moment Klaus keine Gehaltserhöhung geben kann.

 

Wahrscheinlich kennt jeder so ein Beispiel, entweder von sich selbst oder von einem Freund, der sich gerade in ein Lebenslauf-Korsett zwängt. Ich habe mittlerweile eine ganze Liste mit diesen Beispielen gesammelt, die zeigen, dass es an der Zeit ist, das Korsett abzulegen, um wieder freier atmen zu können. Bewerbungen sollen Spaß machen, Individualität zulassen und moderne Vergleichskriterien haben.

 

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